Bohrgeschwindigkeiten & Vorschübe
Bohr-RPM, Vorschub (IPM) und Schnittgeschwindigkeit (SFM) nach Material und Werkzeug berechnen. Für HSS- und Hartmetallbohrer.
Einführung
Der Bohrgeschwindigkeits- und Vorschubrechner ermittelt optimale RPM und Vorschub (mm/min oder IPR) für Spiralbohrer, Wendeplattenbohrer und Vollhartmetallbohrer verschiedener Werkzeugwerkstoffe. In deutschen Metallbearbeitungsbetrieben sind falsche Bohrparameter die häufigste Ursache für Spanstau, Bohrbruch und Maßabweichungen – besonders bei Tieflochbohrungen (L/D > 5) in 42CrMo4 oder 1.4301. Das Tool berechnet für HSS-, HSS-Co- und VHM-Bohrer die empfohlenen Vc-Bereiche, den Vorschub je Umdrehung sowie Peck-Tiefen für automatischen Späneabtransport.
Funktionsweise
Grundformeln: n = (Vc × 1000) / (π × D); Vf = n × f (mm/U). Der Anwender gibt Bohrerdurchmesser, Werkstoff (z. B. S235, 42CrMo4, 1.4301, Al 6061), Werkzeugwerkstoff (HSS/Co/VHM), Beschichtung (TiN/TiAlN/unbeschichtet) und Bohrtiefe ein; der Rechner gibt sofort empfohlene RPM, Vorschub mm/min, Pecktiefe (typisch 2–3×D) und Gesamtbearbeitungszeit aus. Bei L/D > 5 wird automatisch Peck-Bohren empfohlen; Spänestau-Warnung und Vollrückzugintervalle werden angezeigt.
Anwendungsszenarien
- Ø6 HSS-Spiralbohrer in S45C (Tiefe 30 mm): Peck-Zyklus alle 18 mm (3×D) – Spanstau verhindern.
- Ø12 VHM-Bohrer in 1.4301 (12 mm Tiefe): korrekten IPR-Wert und Kühlmittelart (Emulsion/Öl) gleichzeitig bestimmen.
- Mikrobohrer Ø0,8 mm in Messing (Leiterplatten-PCB): präzise RPM/Vorschub-Kombination zur Minimierung des Werkzeugauslenkens ermitteln.
Häufig gestellte Fragen
Ist der Bohrgeschwindigkeitsrechner für alle Werkstoffe geeignet?
Das Tool ist universell konzipiert; die Ergebnisse sollten stets mit den Lieferantendatenblättern des verwendeten Werkstoffs abgeglichen werden.
Kann ich diese Werte für Fertigungsunterlagen verwenden?
Die Werte sind sehr genau; bei sicherheitskritischen Anwendungen empfiehlt sich die Überprüfung durch einen qualifizierten Ingenieur.