Nachdruckzeit-Rechner
Schätzen Sie die Nachdruckzeit.
Einführung
Der Nachdruckzeit-Rechner bestimmt die optimale Nachdruckdauer beim Spritzgießen – also die Zeit bis zur vollständigen Angusserstarrung. Zu kurze Nachdruckzeit erzeugt Einfallstellen (Sink Marks) und Lunker im Bauteil; zu lange Nachdruckzeit erhöht unnötig die Zykluszeit und steigert Restspannungen. Das Tool berechnet den theoretischen Angusserstarrungszeitpunkt auf Basis von Angussdicke, Kunststoffsorte und Werkzeugtemperatur – eine wichtige Ausgangsgröße für Prozessoptimierung und Serienanlauf.
Funktionsweise
Angusserstarrungszeit: t_Anguss ≈ (s_Anguss² / (π² × α)) × ln[(4/π) × (Tm − Tw) / (Tg − Tw)] (s_Anguss: Angussdicke, Tg: Erstarrungstemperatur). Der Anwender gibt Angussdicke, Kunststoffsorte, Werkzeugtemperatur und Einspritztemperatur ein; der Rechner liefert die theoretische Erstarrungszeit. In der Praxis wird der Angusserstarrungspunkt per Wiegeversuch (Schussgewicht über Zeit) bestätigt – eine Abweichung von ±20 % zur Theorie gilt als normal.
Anwendungsszenarien
- ABS-Kfz-Bauteil, Angussdicke 1,2 mm: theoretische Nachdruckzeit als Ausgangspunkt für den Serienanlauf ermitteln.
- PC-Dünnwandbauteil: Zykluszeit-Optimierung durch Verkürzung der Nachdruckzeit – Angusserstarrungsgrenze vorab prüfen.
- PA66-Bauteil mit Einfallstellen: aktuelle Nachdruckzeit mit theoretischem Erstarrungszeitpunkt vergleichen, um Ursache zu diagnostizieren.
Häufig gestellte Fragen
Ist der Nachdruckzeit-Rechner für alle Kunststoffe geeignet?
Das Tool ist universell konzipiert; die Ergebnisse sollten stets mit den Datenblättern des Kunststoffherstellers abgeglichen werden.
Kann ich diese Werte für Konstruktionsdokumente verwenden?
Die Werte sind sehr genau; bei sicherheitskritischen Anwendungen empfiehlt sich die Überprüfung durch einen qualifizierten Ingenieur.