ISO Passungsrechner
Berechnung von Bohrung- und Wellentoleranzen nach ISO 286. Spiel-, Uebergangs- und Presspassungen.
Einführung
Der ISO-Passungsrechner (ISO 286-2 / DIN ISO 286) ist das Standardwerkzeug zur Bestimmung von Spiel-, Übergangs- und Presspassungen für Bohrung-Welle-Paarungen in der deutschen Präzisionsfertigung. Die korrekte Anwendung von Passungsbezeichnungen wie H7/g6, H7/k6 oder H7/p6 ist entscheidend für die Funktion von Wälzlagersitzen, Passstiften nach DIN 6885 und Pressverbänden: Eine falsche Toleranzklasse führt entweder zu losem Sitz mit Fressen oder zu überhöhten Einpresskräften. Das Tool berechnet aus Nennmaß und IT-Grad sofort oberes/unteres Abmaß sowie Mindest- und Höchstspiel bzw. Übermaß.
Funktionsweise
ISO 286-1 verwendet die Grundtoleranzeinheit i = 0,45 × ∛D + 0,001 × D sowie standardisierte IT-Gradkoeffizienten zur Bestimmung der Toleranzbreite. Der Anwender gibt Nenndurchmesser (mm), Bohrungstoleranz (z. B. H7), Wellentoleranz (z. B. g6, h6, k6, n6, p6) ein; der Rechner liefert sofort ES/EI (Bohrungsabmaße), es/ei (Wellenabmaße), größtes/kleinstes Spiel Cmax/Cmin oder Übermaß Imax/Imin. Spielpassung, Übergangspassung und Presspassung werden farblich unterschieden, sodass die Montagemethode (Gleitsitz, Schlagsitz, hydraulische Presse, Schrumpfpassung) intuitiv erkennbar ist.
Anwendungsszenarien
- Ø50 H7/n6 Lagerbohrung: Einpresskraft nicht zu groß, Außenring nicht locker – optimalen Toleranzbereich prüfen.
- Ø30 H7/k6 Übergangspassung Getriebewelle: Istwerte bei der Wareneingangsprüfung mit der Toleranzklasse abgleichen.
- Ø80 H8/f7 Hydraulikzylinder-Kolben: maximales Spiel auf Leckagegrenze prüfen.
Häufig gestellte Fragen
Ist der ISO-Passungsrechner für alle Werkstoffe geeignet?
Das Tool ist universell konzipiert; die Ergebnisse sollten stets mit den Lieferantendatenblättern des verwendeten Werkstoffs verglichen werden.
Kann ich diese Werte für Konstruktionsunterlagen verwenden?
Die Werte sind sehr genau; bei sicherheitskritischen Anwendungen empfiehlt sich die Überprüfung durch einen qualifizierten Ingenieur.