SMAW Schweißen: 28V / 120A
Wärmeeintrag bei Vorschubgeschwindigkeiten 100–300 mm/min (Wirkungsgrad η=0.8)
SMAW mit 28 V und 120 A ist ein bewährter Parametersatz, der in der Stahlbaufertigung, im Rohrleitungsbau und bei allgemeinen Reparaturarbeiten an un- und niedriglegierten Stählen eingesetzt wird. Bei dieser elektrischen Eingangsleistung überträgt der Lichtbogen genug Energie, um Bleche von etwa 3 mm bis rund 12 mm im Einlagenbetrieb zu verschmelzen; dickere Querschnitte werden in mehreren Lagen nach einer qualifizierten Schweißanweisung (WPS) gefügt. Die Spannung steuert Lichtbogenlänge und Raupenbreite, während die Stromstärke Abschmelzrate und Einbrandtiefe bestimmt; zusammen definieren sie ein stabiles Arbeitsfenster, das erfahrene Schweißer allein am Badverhalten ablesen können. Drahtdurchmesser und Schutzgas immer nach dem in Ihrem Qualifizierungsnachweis (PQR) genannten Parametersatz wählen.
SMAW (Lichtbogenhandschweißen), allgemein Stabelektrodenschweißen genannt, verwendet eine verbrauchbare umhüllte Elektrode. Die Flussumhüllung erzeugt Schutzgas und Schlacke zum Schutz des Schweißbades. SMAW ist hochmobil und vielseitig und wird in Wartung, Reparatur, Pipelines und strukturellen Anwendungen mit eingeschränktem Zugang eingesetzt.
Bei 28 V und 120 A beträgt die elektrische Eingangsleistung 3360 W. Die Spannung steuert hauptsächlich Lichtbogenlänge und Raupenprofil — höhere Spannung verbreitert und flacht die Raupe ab — während die Stromstärke Abschmelzleistung und Einbrandtiefe bestimmt. Das Überschreiten des Nennstroms für einen gegebenen Drahtdurchmesser erhöht das Risiko von Durchbrennen bei dünnen Querschnitten und vorzeitigem Kontaktrohrverschleiß.
Die Streckenenergie beeinflusst direkt das Schweißgutgefüge. Niedrige Streckenenergie schützt wärmeempfindliche Legierungen und reduziert Verzug; hohe Streckenenergie verbessert die Bindefusion an dicken Querschnitten, kann aber zu Kornvergröberung und reduzierter Zähigkeit führen. Stellen Sie stets sicher, dass die Streckenenergie innerhalb der im Qualifizierungsnachweis (PQR) festgelegten Grenzwerte liegt.
Schweißspezifikation
| Verfahren | SMAW |
| Spannung | 28 V |
| Stromstärke | 120 A |
| Prozesswirkungsgrad | η = 0.8 |
Wärmeeintrag nach Schweißgeschwindigkeit
| Schweißgeschwindigkeit (mm/min) | Wärmeeintrag Q (kJ/mm) |
|---|---|
| 100 | 1.613 |
| 150 | 1.075 |
| 200 | 0.806 |
| 250 | 0.645 |
| 300 | 0.538 |
Hinweise zum Stromstärkenbereich
Niederstrom-Schweißen (unter 150 A) ist das Gebiet dünner Bleche — typischerweise Material unter 3 mm, wo der Wärmeeintrag eng geregelt werden muss, um Durchbrennen, Ausblasungen und übermäßigen Verzug zu verhindern. Kleinen Draht- oder Stabdurchmesser verwenden (0,8 mm für GMAW, 2,4 mm für SMAW), kurze Lichtbogenlänge und ein Heft- oder Sprungnahtmuster, das das Grundmaterial zwischen den Lagen abkühlen lässt. Wurzellagen an schweren Verbindungen liegen ebenfalls in diesem Bereich. Niedrige Stromstärke ermöglicht präzise Badkontrolle für Rohr-Blech-Verbindungen, Karosseriereparaturen und HLK-Kanalkonstruktionen.
Typische Anwendungsfälle
SMAW mit 28 V / 120 A eignet sich für allgemeine Kohlenstoffstahlfertigung in horizontaler oder Wannenposition. Vor Produktionsläufen Drahtdurchmesser und Schutzgaszusammensetzung gegen Ihre Schweißanweisung (WPS) prüfen.
Setup-Checkliste
Bestätigen Sie, dass die Drahtvorschubgeschwindigkeit dem Zielstrombereich entspricht. Gasdurchfluss auf 15–25 CFH für massiven GMAW-Draht einstellen oder den Anweisungen des Fülldrahtherstellers für FCAW folgen. Kontaktrohre und Auskleidungen vor dem Schweißen auf Verschleiß prüfen. Dicke Querschnitte (> 25 mm) vorwärmen, um das Risiko von Wasserstoffrissen zu verringern.